Arabische Nächte, page 29 by Hans Bethge

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ER DICHTER

Womit vergleich ich deine Zähne, Liebste?
Mit einer schönen, schimmernden Perlenschnur
Oder mit Knospen weißer Hyazinthen?

Vielleicht mit Diamanten? Oder mit
Den Blüten eines Palmbaums, die soeben
Durch ihre feinen Schalen brechen wollen?

Vergleich ich sie mit kleinen Regentropfen,
Die an den Blumen zittern? Oder auch
Mit Hagelkörnern, welche durch ein Wunder

Bewahrt geblieben sind? Vergleich ich sie
Mit jenen kleinen Perlen, die im Weine
Zur Oberfläche treiben? Oder mit

Dem Tau, der silbern auf den Beeten blinkt?

FRAGE UND ANTWORT

UNBEKANNTER DICHTER

Meine Geliebte fragte mich: Woher
Kommt diese ungeheure Magerkeit
Und diese Mattigkeit, darin du hergehst?

Und ich entgegnete mit diesen Worten
Der Zärtlichkeit und Unterwürfigkeit:
Die Liebe, welche zu mir kam als Gast,

Hat mich so ganz verzaubert, daß ich ihr
Mein eigen Fleisch und Blut als Nahrung schenke, --
Nimmt es da wunder, daß ich elend bin?

AUF EINE ROSE

UNBEKANNTER DICHTER

Die rote Rose in der Hand der Schönen,
Der meine Liebe völlig angehört,
Ist wie die sanfte Glut auf ihren Wangen.

Der gelblich-blasse Blütenstaub, den man
Inmitten einer roten Rose sieht,
Ist wie die Blässe meines Angesichtes,

Wenn ich das Mädchen plötzlich vor mir seh.

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