Arabische Nächte, page 38 by Hans Bethge

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ild:

Weißt du denn nicht, daß meine Tränenquellen
Versiegt sind? Bittre Galle weint mein Aug!

Sie fragte mich: So sag mir doch, warum
Sind deine Tränen schwarz? Und ich sprach leis:

Ich habe keine Tränen mehr. Das Schwarze
Aus meinen Augen wein ich nun dahin ...

SELTSAMER WUNSCH

SCHULE DES IBN IL FARID

Ist es nicht seltsam, daß ich von dem Wunsche
Nach ihr ergriffen bin? Ich frage, wo
Sie sein mag, -- und sie ist doch ganz in mir!
Mit diesen Augen such ich sie, obgleich
Ihr Bild in diesen Augen lebt und webt.
Mein Herz schlägt heftiger bei dem Gedanken,
Daß ich sie wiedersehe, -- und sie atmet
Doch zwischen meinen Rippen, ja, bei Gott!

EIN WUNDER

NUBATA

Törichter Mensch, der du mich tadeln willst,
Daß meine Seele glüht für dieses Weib!

Betrachte ihren wundervollen Körper!
Sieh ihre weiße Stirn! Ihr schwarzes Haar!

Ist es ein Wunder nicht, daß man den Glanz
Des Tages und zugleich die dunkle Nacht

In _einem_ holden Leib beisammen sieht?

AUF EINEN APFEL

UNBEKANNTER DICHTER

Der Apfel, den ich aus der Hand empfing
Des reizendsten, gazellenhaften Mädchens,
War von ihr selbst gepflückt, von einem Zweige,
Der biegsam wie ihr eigner Körper war.

Und es war süß, die Hand darauf zu legen,

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