Auf Gottes Wegen, page 109 by Bjørnstjerne M. Bjørnson

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en Tür. Jetzt waren sie dort; er stieß die Tür behutsam auf und wollte sie hineinführen. Aber nun blieb sie stehen und wollte ihm ihre Hand entziehen. Er hörte ihr Atmen, fühlte ihren Hauch, sah das blasse Gesicht, während er sie sachte bis zur Schwelle schob --dann hinüber -- und die Tür hinter ihnen anlehnte. Drinnen ließ er sie los, um so leise wie möglich ganz zuzumachen. Sie blieb stehen, wie er sie verlassen hatte, mit dem Rücken gegen ihn, beide Hände vors Gesicht gepreßt. Als er kam, fing sie zu weinen an. Er umschlang sie, um sie an sich zu drücken, und jetzt ging ihr Weinen in Schluchzen über. Sie schluchzte so schmerzlich, so unglücklich, daß sein Blut nüchtern wurde, und er auf ganz andere Gedanken kam. Willenlos ließ sie sich nach dem Sofa führen; sie weinte so verzweifelt, daß ihn plötzlich nach Licht verlangte, wie wenn jemand krank wird. Darum machte er hastig die Lampe zurecht; dann fiel ihm ein, daß er erst die Gardinen zuziehen mußte; und nun erst zündete er an.

Nur ein Mensch, der sein Leid Tage und Nächte lang in seinem Innern verschlossen hat, kann so weinen. Der Tisch zitterte, an den sie sich lehnte.

Hundertmal hatte er über Liebhaber in Romanen und Theaterstücken gespottet, die auf die Knie sinken. Jetzt schob er das eine Tischende beiseite und ließ sich vor ihr aufs Knie gleiten wie der demütigste Sünder. Er suchte ihr Gesicht; aber sie hielt mit beiden Händen ihr Taschentuch vor. Kopf, Brust, Schultern bewegten sich stoßweise unter ihrem heftigen Schluchzen. Er fühlte jeden Ruck und bat und bat, sie möge ihm doch vergeben! Er sei nicht Herr seiner selbst gewesen, als er damals, auf dem Eis, so zu ihr gesprochen habe. Er liebe sie, sie gehörten zusammen. "So weine doch nicht so!" bat er, "das halt' ich nicht aus!" Er nahm sie bei den Händen, zog sie neben sich aufs Sofa, lehnte

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