Auf Gottes Wegen, page 19 by Bjørnstjerne M. Bjørnson

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vergnügten Abend machen.

Das erste Glas schmeckte vortrefflich, ein anderes halbes ebenso; und dann erzählte Edvard. Erst, daß Ole unten im Fischerdorf Kranke pflege.

Anders war ungefähr ebenso paff, wie Edvard vorhin, als er die Bibel sah. Edvard lachte herzlich. Aber es dauerte nicht lange, so äußerte Anders einen leisen Zweifel. Ole habe ihm wahrscheinlich nur etwas weismachen wollen, um sich leichter aus der Patsche zu ziehen; dahinter stecke etwas. Bauernjungen seien immer Heimlichtuer. Und zum Beweis erzählte er ein paar ganz amüsante Geschichtchen aus der Schule. Edvard gefiel dieses ewige Zweifeln nicht recht, und um ein Ende zu machen (er war im Grunde furchtbar müde), berichtete er, sein Vater wisse alles, er sei damit einverstanden und unterstütze Ole mit Geld. Jetzt zweifelte natürlich auch Anders nicht länger. Aber trotz allem -- es konnte etwas dahinterstecken; Bauernjungens seien nun mal solche Heimlichtuer.

Das wurde Edvard denn doch zu viel; er sprang von seinem Sitz auf und fragte, ob Anders etwa glaube, daß einer von ihnen lüge.

Anders trank ruhig einen Schluck Bier und ließ vorsichtig seine Glotzaugen rollen. "Lügen" -- hm -- ein sonderbarer Ausdruck. Durfte man vielleicht wissen, was das für Kranke waren, mit denen Ole sich beschäftigte?

Darauf war Edvard nicht gefaßt. Er hatte sich vorgenommen, gerade soviel zu sagen, als nötig war, um die Prämie zu bekommen, und kein Wort darüber. Er stand wieder auf. Wenn Anders es nicht glauben wolle, so möge er's bleiben lassen; aber seine Prämie wolle er.

Es war nicht Anders Hegges Art, mit jemand zu brechen, was Edvard auch recht gut wußte. Natürlich sollte Edvard das Buch haben. Aber nun müsse er erst mal eine amüsante Geschichte hören, wie sich die Kranken draußen im Fischerdorf aufführten. Der Armenarzt und seine Frau seien gestern bei seiner Mutter

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