Auf Gottes Wegen, page 209 by Bjørnstjerne M. Bjørnson
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jetzt allein sein müssen, oder er mußte gehen. Es hatte ihn zu gewaltig gepackt. Er hatte sie unendlich lieb, und sie ihn vielleicht noch mehr. In solchen Augenblicken -- wenn ihr Wesen sich ganz mit dem seinen verschmolz, da formte es sich so, wie es wollte und konnte; für gewöhnlich hielt etwas sie gebunden; das Christentum war es kaum -- was aber war es? Sie tat alles, was sie wollte, bis zur Rücksichtslosigkeit; und dennoch war sie gebundener als die meisten.
Es schneite und schneite; die Luft war mondhell, trotzdem man den Mond nicht sah. Und vor sich in der Luft sah er seine Schwester, barhaupt, mit nackten Armen, mit Glutaugen, und in der Ferne Musik!
Als er aber in sein weißes Schlafzimmer trat, in dem das aufmerksame Mädchen eingeheizt hatte, da sah er die droben im Walddorf tanzen -- Ragni, getragen von einem dicken Waldbesitzer, daß sie den Boden kaum mit den äußersten Zehenspitzen berührte; -- sie wirbelte mit den kleinen Kindern im Kreis herum, sie hüpfte mit dem "Birkhahn" oder einem schneidigen Jungen aus der Hauptstadt davon; er sah ihre Glückseligkeit nach jedem Tanz, er hörte ihr: "Nein, wie ich mich amüsiere, Edvard!" -- und damit schlief er ein.
Und am andern Tag -- er hatte eben sein einsames Mittagessen beendet und war gewohnheitsmäßig in die Wohnstube gegangen -- denn da pflegte Ragni ihm vorzuspielen -- da öffnete sich die Tür und -- er traute seinen eigenen Augen kaum -- ja, wirklich, in dieser Pelzvermummung steckte Ragni! Er rief sie herbei, so, wie sie war, weiß und rosig und mollig und zärtlich -- und hob sie in die Höhe.
"Ach nein," sagte sie, als sie ein Weilchen nachher friedlich beisammensaßen -- "weißt Du, es war doch immer wieder dasselbe, und dann -- ich hatte Sehnsucht." -- "Du hast eine schiefe Nase!" -- "Und Du -- na, warte nur -- auf dem Ball bist Du gewesen!" -- "Du hast eine schiefe Nase!" -- "Das sieht man fast gar ni