Auf Gottes Wegen, page 229 by Bjørnstjerne M. Bjørnson
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sie, und immer voll Anbetung für sie, so freute er sich doch darauf, selbständig zu werden. Die Trennung würde keine Schwierigkeiten machen.
Da geschah es, daß er an einem der letzten Tage bei einem Freund war, dem einzigen, mit dem er dann und wann noch zusammenkam, seit er in Kallems Hause wohnte; und als er von seiner Abreise sprach, sagte der Freund: "Was ist denn eigentlich mit Dir und Frau Kallem?" Karl verstand nicht, was er meinte, und floß über von Lobpreisungen und Bewunderung für sie. Der andere unterbrach ihn. "Ja, ja, das weiß ich alles! Aber -- offen gesagt -- hast Du nicht ein Verhältnis mit ihr? Die Leute sagen es." Karl fuhr auf! Was unterstand er sich? Er solle Rechenschaft ablegen für seine Worte! Aber es war des Freundes ernstliche Absicht, Karl zu warnen; er habe selber erst kürzlich von dem Gerücht erfahren; allgemein verbreitet sei es noch nicht. Geduldig ertrug er Karls Raserei und machte ihm klar: er könne es nicht anders erwarten, als daß die Leute sich -- bei ihrer beiderseitigen Unvorsichtigkeit -- allerhand dächten. -- --
Zu Haus bei Kallem begriff man nicht, was auf einmal in Karl gefahren war. Die paar letzten Tage kam er nie zu ihnen herein, war selten daheim, und war wieder ebenso stumm, scheu und finster wie damals, als er ins Haus zog. Der nächstliegende Gedanke war ja, daß er unglücklich war über die Trennung, besonders von Ragni; aber es war doch merkwürdig, daß die Verzweiflung genau zwischen drei und fünf Uhr am Mittwoch Nachmittag begonnen hatte! Um drei hatten sie in heiterster Stimmung miteinander vierhändig gespielt; um fünf wollte sie etwas aus seinem letzten Examenfach mit ihm durchnehmen; und da war er so sinnlos geistesabwesend nach Hause gekommen, daß sie es aufgeben mußte. Und so war er seitdem immer. Kallem neckte Ragni damit, daß der Junge verliebt sei; eben vor des "Abschieds bittrer Stunde" sei es in ihm a