Auf Gottes Wegen, page 279 by Bjørnstjerne M. Bjørnson
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e besser, und eines Abends, als sie die Temperatur gemessen hatten, sagte der Pastor: "Ich glaube, wir kommen mit dem Schreck davon, Josefine!" Sie sah ihn an; er streckte seine Hand aus; sie legte die ihre flüchtig hinein, schien sich aber dessen zu schämen und zog sie gleich wieder zurück.
Doktor Kent hatte ihnen erzählt, Frau Kallem sei schwer krank und verlasse ihr Zimmer im Oberstock nicht mehr. Von anderer Seite hörten sie später, es sei Schwindsucht; sie fragten -- jeder für sich -- Doktor Kent; und er sagte, es sei sogar galoppierende Schwindsucht.
Josefine gegenüber erwähnte der Pastor nichts; aber zu Kent äußerte er, es sei jedenfalls ein Glück für seinen Schwager; vielleicht werde er jetzt ein freier Mann und würde die Schwingen regen.
Josefine hatte eine andere Auffassung; das sah er daran, daß sie sich völlig in sich selbst zurückzog. Kaum, daß er dann und wann ein paar Worte von ihr zu hören bekam.
Eines Nachmittags, lange Zeit nachher, als sie auf ihrem Bett lag und nachsann, wie ihr Bruder Ragnis Tod ertragen würde, sah sie ihn plötzlich. Sie dachte sich erst nichts dabei; aber das Bild wurde seltsam deutlich. Sie sah ihn, so lang er war -- auf dem Sofa seines Studierzimmers liegen, sie sah den ganzen Raum, die Gardinen, die Bücherregale, die Bücher, den Schreibtisch, die zwei Tische, einen großen Lehnsessel, verschiedene aufgeschlagene Bücher, beschriebene Papiere bogenweise nebeneinander, ... alles sah sie, jedes Blatt, jeden Buchstaben, -- und ihn selber, in einem braunen Anzug, den sie nicht kannte. Und dabei war sie nie in dem Studierzimmer gewesen, seit es möbliert war, und hatte die Möbel nie gesehen, auch nicht die Gardinen, die Teppiche; aber sie zweifelte keinen Augenblick, daß es genau so war, wie sie es sah. Zu jeder andern Zeit würde das einen seltsamen Eindruck auf sie gemacht haben; aber jetzt wurde alles ve